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Das '''Jüngste Gericht''' (auch ''Endgericht'', ''Apokalypse'', ''Jüngster Tag'', ''Nacht ohne Morgen'', ''Letztes Gericht'', ''Gottes Gericht'' oder ''Weltgericht'') stellt die antike bzw. alttestamentliche Vorstellung der von einem das Weltgeschehen abschließenden göttlichen Gericht dar. Es ist als Gericht aller Lebenden und Toten eng mit der Idee der verknüpft und muss vom individuellen über die einzelne unterschieden werden.

Geschichte

Die Idee des Gottesgerichts dürfte ihren Ursprung im , im babylonischen tum und haben. Als Vorläufer monotheistischer n behauptet schon der Zoroastrismus ein und den endgeschichtlichen Entscheidungskampf zwischen Gut und Böse als Weltgericht. Der Gottkönig Babylons bewahrt als oberster Richter diesseitig die kosmische Ordnung; das Alte Ägypten kennt die Vorstellung von den jenseitigen, individuellen in den n, Jenseitsbüchern und im .

Das vereinigt die kosmologische mit der zeitlichen Vorstellung im Gedanken eines endzeitlichen Weltgerichtes und anschließender Herrschaft (). Der kennt einen ?? bzw. einen ?Tag des Gerichts? als prophetischen , welchen das übernimmt. Nach ?theologisiert? die jüdische Vorstellung die sidee: Der göttliche Richter ist jenseits des Kosmos und nicht dessen integraler Bestandteil wie in Babylon.

Das überhöht diese Vorstellung als Anmahnung des nahenden Gerichtes über alle Lebenden und Toten. Es entscheidet über und und ist notwendiges Moment der endgültigen und vollständigen Errichtung des . Die Gläubigen dürfen sich nach dieser Vorstellung auf den Tag des Gerichts freuen im Wissen, dass ihre Erlösung naht . Dieser Gedanke scheint auch in den auf, die während der Christi gesehen worden sein sollen. Die bildreiche Darstellung des Gerichts in der beschließt das Neue Testament.

Der Glaube an das Jüngste Gericht

Die Vorstellung vom Jüngsten Gericht spielte im lichen eine große Rolle. Da zu dieser Zeit die en ständig in dem waren, es stehe als konkretes, kurz bevor, bemühten sie sich ihr Bestes zu tun, um ihren Glauben zu zeigen und so in den zu gelangen.

Das Jüngste Gericht im Neuen Testament

Endzeitreden im Neuen Testament

In zeitgenössischer Umgebung bzw. Nachfolge und des anstehenden Gerichts eingebettet.

 und seine Engel bestimmt ist!? und schlie�t: ?Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.? (vgl. )

Johannesapokalypse

Die entwirft in Bezug auf die alttestamentliche Überlieferung, insbesondere des Buchs , in visionären Bildern eine christliche Eschatologie. Das Jüngste Gericht steht am Ende der tausendjährigen Herrschaft des , die mit seiner ersten Wiederkunft, der ersten , beginnt. In einer ?ersten Auferstehung?

Der Kampf zwischen den Streitern des Guten (Engel) und dem .

Christliche Ikonographie

Entsprechend der Bedeutung des Jüngsten Gerichts im Mittelalter findet man in der christlichen zahlreiche Darstellungen von der bis in die , vor allem aber in der .

Bildkomposition

Das Bildprogramm folgt dabei einem typischen Muster: Meist befindet sich oben mittig der thronende Christus als (Allherrscher) und (Erlöser der Welt, Heiland), flankiert von den n als Beisitzern des Gerichtes oder auch weiteren n. Christus segnet mit seiner Rechten, mit seiner Linken hält er entweder das Buch des Lebens oder er weist die Verdammten zurück. Seit dem Hochmittelalter ist Christus durch die Wundmale als der Gekreuzigte gekennzeichnet, manchmal hebt er beide Hände, um seine Wundmale zu zeigen. Vom Gesicht Christi kann das Schwert des Gerichtes ausgehen (gemäß ), welches in spätmittelalterlichen Darstellungen durch die Lilie der Gnade auf der anderen Seite ergänzt wird.

Links neben Christus kniet als Fürbitterin für die Menschheit, rechts (in byzantinischen Darstellungen, seltener in Werken der katholischen Kirche) oder . Maria und Johannes bilden mit Christus die sogenannte . Weiterhin sind Engel zu sehen, meist neben oder oberhalb von Christus. Einige halten die e, also Kreuz, Geißel, etc. Weitere Engel blasen die Posaunen des Gerichtes , die die Toten aus den Gräbern rufen.

Stets werden (vom Betrachter gesehen) links die Seligen dargestellt, die in den und Schwert dargestellt.

Ein anderer Bildtypus des Jüngsten Gerichts zeigt den thronenden Christus als '''' umgeben von den vier n (Tetramorph) und den (); er ist in romanischen und fresken weit verbreitet.

Werke

Die Anfänge des Weltgerichtsbildes liegen in der ottonischen Buchmalerei der Zeit um das Jahr 1000. In der Romanik wird das Weltgericht zum Hauptthema in den Portaltympana. Zu den bekannten Darstellungen zählen die Tympana von , und . In der Gotik sind die Portale der Kathedralen von (Südquerhaus), und zu nennen. In Deutschland ist das Hauptportal des s ein Beispiel. In Italien ist das Weltgericht oft an der inneren Westwand der Kirche angebracht, so in als Mosaik oder in der in Padua, gemalt von . Die spätgotische Tafelmalerei nimmt das Thema ebenfalls auf. Das Hauptwerk aus dieser Zeit ist das '''', das der flämische Maler für die Hospices de in gestaltete. Zu der Nachfolge zählen Schongauers '''' (1489) im Breisacher Stephansmünster und der , der eigentlich für die bestimmt war.

Das wohl berühmteste Bild des Jüngsten Gerichts stammt von s ''Auferstehung'' von 1916/18 in der Staatsgalerie Stuttgart.
''Das Jüngste Gericht''/''Komposition'' V

Die von 1952 bis 1960 von geschaffene ?Seckauer Apokalypse? in der Engelkapelle der zählt mit ihren Darstellungen aus der zu den bedeutendsten Werken sakraler Kunst in Österreich nach 1945. Der Freskenzyklus gilt als der umfangreichste innerhalb der Monumentalmalerei der Moderne.

Musik

In der Musik ist das Jüngste Gericht Thema und Titel einer schrieb 1973 einen Orgelzyklus mit fünf Meditationen über die Apokalypse (''Cinq Méditations sur l?Apocalypse'').

 (?Tag des Zorns?) ist der Anfang eines mittelalterlichen  �ber das J�ngste Gericht, der als  Teil des  s ist. In der abendl�ndischen Musikgeschichte gibt es eine Vielzahl von Vertonungen des ''Dies irae'' sowie e der gregorianischen Melodie �ber die  bis zur .

In der Gospelmusik wird das Motiv u. a. in dem bekannten Lied '''' aufgegriffen.

Literatur

In unterschiedlichen literarischen Formen wird das Jüngste Gericht dargestellt. Zu den Weltgerichtsdichtungen des Mittelalters ist zum Beispiel das vom Stil der Bußpredigt geprägte Gedicht ''Hamburger Jüngstes Gericht'' zu zählen.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Seybold, Roger David Aus, Egon Brandenburger, Helmut Merkel und Eberhard Amelung: ''Gericht Gottes I. Altes Testament II. Judentum III. Neues Testament IV. Alte Kirche bis Reformationszeit V. Neuzeit und ethisch''. In: 12 (1984), S. 460?497 (umfassender Überblick).
  • u. a. (Schriftenreihe Literaturwissenschaft 69), Trier 2006, S. 55?80, ISBN 3-88476-792-5 ().
'''Zu Darstellungen in der Kunst'''
  • Herbert Boeckl: ''Die Apokalypse. Die Fresken in der Engelkapelle der Abtei Seckau. Einführung von Werner Hofmann. Textauswahl von Gernot Eder.'' Edition Christian Brandstätter, Wien 1983.
  • Yves Christe: ''Das Jüngste Gericht''. Schnell & Steiner, Regensburg 2001, ISBN 3-7954-1422-9.
  • ''Himmel, Hölle, Fegefeuer: das Jenseits im Mittelalter'' (Ausstellungskatalog Schweizerisches Landesmuseum Zürich, Schnütgen-Museum Köln). Katalog von Peter Jezler. 2. Auflage. Fink Verlag, München 1994, ISBN 3-7705-2964-2.
  • Iris Grötecke: ''Das Bild des Jüngsten Gerichts. Die ikonographischen Konventionen in Italien und ihre politische Aktualisierung in Florenz'' (= ''Manuskripte für Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft'' 52). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1997, ISBN 978-3-88462-951-2.
  • Reinhart Strecke: Romanische Kunst und epische Lebensform. Das Weltgericht von Sainte-Foy in Conques-en-Rouergue, Berlin 2002, ISBN 3-931836-84-3.

Weblinks

  • A. Wolkinger: (WELT-)GERICHT; Spirituelle Theologie WS 2007/2008. ()
  • Zur islamischen Vorstellung des Jüngsten Gerichts vgl.:

Einzelnachweise